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Kurzbericht

2007-11-23 Teilnahme am Vortrag "Adam un Eva" 

Vortrag von Dr. Böhle im Rahmen der Vortragsreihe "Das Fundament einer humanen Gesellschaft" in Rödermark

Garten Eden: der Ort, an dem der Alltag zu schweigen hat, der Ort, an dem man, in kritischer Distanz zu sich selber, nachdenkt. "Untertan machen" heißt nicht ausbeuten, sondern "verantwortlich sein". Warum nicht vom "Baum der Erkenntnis" gegessen werden darf, wurde zwar mehrfach angesprochen, doch ging es wohl an mir völlig vorbei. Einige Bruchstücke dazu: Erkenntnis von Gut und Böse; Was lebenstauglich ist oder lebensgefährdend; "Was ihnen am Leben passt, das nehmen sie an, was einem nicht passt, wirft man weg"; Sünde: "Widerspruch gegen das Leben".

Die im Adam und Eva-Mythos vorkommenden Wiederholungen sind allgemein für Mythen üblich. Ob Wiederholungen auch widersprüchlich sein können (in 1 Moses 1,25f wurden erst die Tiere und am Schluss der Mensch geschaffen und in 1 Mose 2,18f ist es genau umgekehrt), habe ich leider nicht ansprechen können. Allerdings wäre eventuell die Analogie "Sie hatten ja auch erst das Ziel, zu diesem Vortrag zu kommen und sind dann erst angekommen." passend.

"Sie sahen, dass sie nackt waren." wurde als Einstieg in "Kultur" postuliert. Ich empfand dies als überhebliche Arroganz gegenüber Völkern, die, da klimatisch nicht notwendig, auf Kleidung weitgehend verzichten. Auch einem anderen Teilnehmer kam dies merkwürdig vor und wir konnten dies erst nach dem Vortrag im persönlichen Gespräch mit Dr. Böhle etwas entwirren. Auch Naturvölker würden sich zu besonderen Anlässen "herausputzen" und Kleidung ist natürlich nicht das einzige Kriterium für Kultur und man hätte natürlich statt Adam und Eva auch einen anderen Mythos z. B. aus dem grichischen Kulturkreis nehmen können.

Der Vortrag "Adam und Eva" läßt mich ein wenig ratlos zurück. Mir wurde der Sinn in Bezug zum Thema der Vortragsreihe "Das Fundament einer humanen Gesellschaft" erst beim Nachfragen am Ende des Vortrags etwas klarer. Der Kernsatz war wohl: "Der Sündenfall war nicht das Essen der verbotenen Frucht, sondern dass Adam und Eva die Schuld von sich weisen. Also nicht zu ihrem Handeln stehen."

Thomas Wessely